Nächstes Treffen

Das nächste Treffen des Rosa-Luxemburg-Club Lüneburg ist am Montag, 10.08.09 um 19 Uhr im Heinrich-Böll-Haus, Katzen Straße 2, 21335 Lüneburg.

Mi, 10.06.2009: Lesung „Ilejania – Unferne“ Die Nähe des Vergessenen

Lesung: Mercedes Alvarez / Nuria Quevedo

Mittwoch, 10. Juni 2009
19.00 Uhr
Foyer der Volkshochschule Lüneburg
Haagestraße 4

„Über den Kampf der Internationalen Brigaden gegen den Franco-Faschismus existieren viele eindrucksvolle Dokumentationen, Filme und Biographien. Nun ist ein ungewöhnliches Buch dazu gekommen: Die Spanierinnen Mercedes Alvarez und Nuria Quevedo lassen uns an ihrem faszinierend lebendigen Dialog darüber teilhaben, dass – obwohl die selben historischen Ereignisse ihre Kindheit durchkreuzten – beider Leben diametral anders verlaufen ist. Mercedes, die international erfahrene Dolmetscherin und Nuria, die erfolgreiche Malerin und Grafikerin, zeigen im Blickwinkel ihrer Erinnerungen, dass auch das Schicksal der Kinder der Partisanen und der Kämpfer im Exil Teil der Geschichte des antifaschistischen Widerstandes ist. Ihre realistische Beschreibung erlebter Wirren, Belastungen durch Einsamkeit, fremde Sprache, ungewohnte Lebensweise und ständiges Heimweh sind bewegend zu lesen.

Beide Frauen kennen sich seit Jahrzehnten und haben die Wende in der DDR nicht nur als »Abschied vom Sozialismus« ihres Exil-Landes erlebt, sondern als Ereignisse, die die ganze Welt verändert haben. Mercedes sagt, dass man heute nicht mehr weiß, »… wohin wir mit dieser neuen Generation von ›ferngesteuerten Kriegen‹ noch geraten werden…« und Nuria bestätigt, dass das Jahr 1989 für sie »… wie ein Erdbeben gewesen sei.«

Und was bleibt von der Utopie ihrer Eltern und deren Genossen, die die spanische kommunistische Partei im Exil wieder aufbauten, als Bestandteil des Kampfes gegen die spanischen Faschisten? Im Gespräch befragen die beiden Frauen ihre Erinnerungen und bewerten sie durchaus unterschiedlich. Vor allem die Erfahrungen mit ihren Eltern sind unvergleichlich – vollkommen konträr.

Mercedes war erst zwei Jahre alt, als sie, genau wie ihre älteren Brüder – allerdings getrennt von ihnen – 1937 von ihrer Mutter in die Sowjetunion in Sicherheit gebracht wurde. Die drei Geschwister überlebten, wenn auch getrennt in verschiedenen Kinderheimen, voller Hoffnung, aber mit ständigem Heimweh, die Jahre des Zweiten Weltkrieges. Nur Mercedes darf 1946 zu den ihr noch völlig fremden Eltern nach Frankreich. Nach der Ausweisung des Vaters wegen seiner kommunistischen Betätigung erhält die Familie Asyl in der DDR.

Nuria dagegen übersteht als Baby in den Armen ihrer sehr unselbständigen Mutter den Fußmarsch ins rettende Asyl in Frankreich. Beide kommen zusammen mit dem Vater 1942 paradoxer Weise nach Berlin. 1943 geht die Mutter allein mit ihr zurück nach Barcelona und 1952 mit falschen Papieren wieder in die DDR, wo bereits der Vater wohnt, der, wie sie sagt, die Familie rücksichtslos dominierte und nur das tat, was ihm wichtig war. Nuria fühlte sich gekränkt und reagierte depressiv.

Die Autorinnen widmen ihr offenherziges Nachdenken über politische Ereignisse wie 1953, 1968 und 1989 und ihre Gefühle dabei ihren Töchtern und Enkelkindern. Ihr Gespräch sollte auch uns zu einem Dialog zwischen den Generationen ermutigen!

Ilejania – Unferne. Die Nähe des Vergessenen. Ein Gespräch, das mich bis zur letzten Seite in Atem gehalten hat.“

Auszug aus der Rezension von Prof. Dr. Heinrich Fink („antifa“ Sept./Okt.2006)

Eine Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen in Kooperation mit dem Rosa Luxemburg Club Lüneburg

10.-12.Juli 2009: Seminar zu Kritischer Theorie

Philosophie vom Standpunkt der Versöhnung?
Einführung in Grundbegriffe der Kritischen Theorie Theodor W. Adornos  

Entgegen der Standardrezeption kritischer Theorie, sie sei nur negativ und biete keine Handlungsmöglichkeiten im ‚universellen Verblendungszusammenhang’, flüchte sich entweder in die Religion (Horkheimer) oder in die Kunst (Adorno) und spreche ein Bilderverbot aus, wollen wir uns im Seminar einen anderen Zugang zur älteren Kritischen Theorie verschaffen.

Grundbegriffe, die für das Verständnis der Kritischen Theorie Adornos maßgeblich sind, wie Dialektik, (objektive und subjektive) Vernunft, Ideologie und Praxis werden anhand von ausgewählten Texten vorgestellt, erarbeitet und diskutiert.
Was bedeutet Adornos Imperativ, Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, in Bezug auf gesellschaftstheoretische und politische Fragestellungen? Was ist Dialektik? Was ist immanente Kritik? Was bedeuten diese Fragen für eine Moral- und Sozialphilosophie? Anders ausgedrückt: Wie verhält es sich mit der ‚versöhnten Gesellschaft‘ Adornos und vor allem: was bedeutet das für die Freiheit? Alle erforderliche Literatur wird rechtzeitig vorher in Readern gestellt.

Termin:
Freitag, 10. Juli 2009 bis Sonntag, 12. Juli 2009

Ort:
Anna und Arthur, Katzenstraße 2, 21335 Lüneburg

TeamerInnen:
Stefan Müller, Janne Mende

Anmeldung:
kritischetheorie@reflect-online.org

Teilnahmebeitrag: 10 Euro (inkl. Mittagessen); eure Teilnahme soll jedoch nicht am Geld scheitern. Anfahrt und Übernachtung müssen selbst organisiert werden.

– Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Bundesstiftung (http://www.rosalux.de), der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V. und dem Rosa Luxemburg Club Lüneburg. –

Mi, 13.05.09: Die Linke, Israel und Palästina

Extreme Identifikationen und Probleme eines linken Universalismus
Buchvorstellung mit dem Autor Peter Ullrich

Mittwoch, 13.05.09, 19.30 Uhr, Infocafé Anna&Arthur, Katzenstraße 2,
Lüneburg

AktivistInnen marschieren mit USA- und Israelfahnen oder treffen sich
mit der Hamas, um politische Kooperation auszuloten – das ist das
Handlungspektrum deutscher Linker zu Beginn des 21. Jahrhunderts, wenn
es um Israel oder Palästina geht. Nicht selten führt die Konfrontation
der beiden Lager zu physischer oder psychischer Gewalt. Was bei beiden
Extrempositionen meist auf der Strecke bleibt, ist ein kühler Kopf und
eine wahrhaft universalistische Positionierung der Linken, die kein
Unrecht als kleineres Übel akzeptiert.
Im Vortrag soll den Ursachen dieser Identifikationen nachgegangen
werden. Dabei werden beispielhaft die Auseinandersetzungen über den
Nahostkonflikt in der deutschen und der britischen Linken analysiert,
wobei deutlich wird, welch große Rolle die jeweilige nationale Prägung
spielt.

Eine gemeinsame Veranstaltung von: Rosa-Luxemburg-Club Lüneburg und
Projekt Gegendruck [Lüneburg]

Links:
Interview mit Peter Ullrich auf telepolis
Das Buch als pdf zum Download auf www.rosalux.de!

Über uns

Der Rosa Luxemburg Club Lüneburg soll – anknüpfend an die Tradition der linken Clubs – parteiunabhängig, aber mit einer demokratisch-sozialistischen Grundorientierung, politische und theoretische Bildung und Diskussion organisieren, Kommunikation und Kultur fördern.

Bildungsarbeit
Mit unseren Bildungsangeboten wollen wir aktuelle politische Bildung und historisches Wissen vermitteln, wissenschaftliche Diskussionen und Erkenntnisse fördern und politisch nutzbar machen, kritisches Denken und emanzipatorisches Handeln anregen. Dazu sollen regelmäßig Veranstaltungen durchgeführt, Möglichkeiten gemeinsamer Arbeit organisiert, über politisch oder wissenschaftlich interessante Aktivitäten in der Region informiert und Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden.

Diskussionskultur
Die Veranstaltungen des Rosa-Luxemburg-Clubs sollen sich durch ihre inhaltliche Qualität und eine Diskussionskultur auszeichnen, die durch Offenheit und Respekt vor unterschiedlichen Auffassungen geprägt ist. Der Rosa-Luxemburg-Club versteht sich auch als Forum für vielfältige linke Initiativen, Bewegungen und Denkrichtungen. Wir wollen mit unseren Bildungsangeboten Diskussionsforen für die Entwicklung linker Alternativen schaffen, konstruktiven Meinungsstreit fördern und zur Entwicklung einer humanen und solidarischen Gesellschaft beitragen. Dazu führen wir – zum Teil gemeinsam mit KooperationspartnerInnen – Tagungen, Seminare und Abendveranstaltungen durch.

Stiftung und Bildungswerk
Der Rosa-Luxemburg-Club wird als Projekt gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung , die der Partei DIE LINKE nahe steht, aber rechtlich und organisatorisch davon unabhängig ist und eigenständig ihre Arbeit zur Förderung politischer Bildung, Wissenschaft und Diskussion gestaltet. Kooperationspartner auf Landesebene ist das Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen.

Kontakt
Wer regelmäßig vom und über den Rosa-Luxemburg-Club und die Rosa-Luxemburg-Stiftung informiert werden möchte, kann sich per Email bei uns melden: lueneburg[at]rls-nds.de. Unser öffentlicher Schlüssel ist hier: Public key lueneburg[at]rls-nds.de

Auch postalisch sind wir zu erreichen:
Rosa Luxemburg Club Lüneburg
Katzenstraße 2
21335 Lüneburg

Mi, 11.02.09: Die Konstruktion gefährlicher Orte

Räumliche Strategien von Überwachung und Kontrolle im Neoliberalismus.

Referent: Peter Ullrich, Leipzig. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Rosa-Luxemburg-Club, Lüneburg.

Mittwoch, 11.02.09, 19.30 Uhr
Infocafé Anna&Arthur, Katzenstraße 2, Lüneburg

Eine Tendenz im derzeitigen gesellschaftlichen Wandel zu immer mehr Überwachung und immer weniger Grundrechten ist die Verräumlichung der Kriminalpolitik. Alle Polizeigesetze der Länder definieren so genannte „gefährliche Orte“. Dort gilt normales Recht nicht mehr, alle Anwesenden unterliegen dem Generalverdacht, können kontrolliert und überwacht werden.

Doch nur manchmal sind diese Orte im landläufigen Sinne wirklich gefährlich. Vielmehr stellt diese Konstruktion der Polizei einen Vorwand bereit, ihre Kompetenzen zu erweitern. „Gefährliche Orte“ oder Kriminalitätsschwerpunkte“ sind ein Mittel zur Gängelung und Vertreibung missliebiger Gruppen (Punks, Arme, MigrantInnen). Sie stehen symptomatisch für eine Politik, die glitzernde Konsumzonen für diejenigen ausweist, die es sich leisten können und die dafür die sozialen „Problemfälle“ aus den Innenstädten verweist, während ­ – ganz im Geist des Neoliberalismus – der Versuch der Lösung sozialer Konflikte und Problemlagen längst aufgegeben wurde.






Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: